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Hautirritationen Nickelallergie

Besonders in Modeschmuck steckt häufig ein hoher Anteil Nickel, der bei manchen Menschen schmerzhafte Reaktionen auf der Haut verursacht. Wir zeigen Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Nickelallergie.
Nickelallergie durch Modeschmuck

Es kratz, juckt und brennt auf der Haut. Ob es sich hierbei um eine simple Hautirritation oder eine Hautkrankheit handelt, ist oft nicht sofort ersichtlich. Nicht selten steckt dahinter aber eine Allergie. Die Nickelallergie ist eine der häufigsten Kontaktallergien. Besonders Frauen zwischen 20 und 40 sind anfällig für diese Erkrankung. Jede fünfte Frau ist betroffen, dies ist zumeist auf die noch recht junge und anfällige Haut, aber auch auf das vermehrte Tragen von nickelhaltigem Modeschmuck, zurückzuführen. Eine Nickelallergie kann plötzlich auftauchen, auch wenn Sie vorher jahrelang problemlos nickelhaltigen Schmuck tragen konnten. 

Die Ursache dieser Kontaktallergie ist eine Nickelfreisetzung, welche erfolgt, wenn ein nickelhaltiges Objekt in Berührung mit Schweiß kommt. Daraufhin werden Nickel-Ionen freigesetzt und reagieren mit dem Eiweiß, welches sich in den diversen Schichten unserer Haut befindet. Die eigentliche Reaktion findet dann jedoch auf Zellebene statt. Die Zellen der weißen Blutkörperchen setzten eine entzündungsfördernde Substanz frei. Auslöser dafür ist der Rezeptor TLR4 ("toll-like receptor 4). Ob Sie nun anfällig für diese Kontaktallergie sind oder nicht, hängt stark von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die generelle Hautbeschaffenheit eine Rolle, aber auch Faktoren wie beispielsweise Schwitzen, häufiges Waschen und Vorerkrankungen der Haut sind zu bedenkende Punkte. So kann es auch häufig durch Piercings und Ohrlöcher zu einer Sensibilisierung bzw. starken Reaktion kommen. Symptome: Oft reichen schon kleine Mengen Nickel um eine allergische Reaktion hervorzurufen. 

Ob eine Reaktion der Haut eintritt oder nicht, hängt also nicht direkt vom Nickelgehalt ab, sondern viel mehr von der Nickelfreisetzung des Objektes. Für diese existiert seit 1994 ein Grenzwert von 0,5 Mikrogramm pro Quadratzentimeter Fläche. Dieser Grenzwert führte zu einem Rückgang der Nickelallergiker in den letzten Jahren. Eine Vermeidung des auslösenden Reizes ist meist schwer, da mögliche Auslöser dieser Krankheit oft Alltagsgegenstände, wie beispielsweise Modeschmuck, Brillengestelle, Gürtelschnallen und Knöpfe sind. Jedoch können selbst Silber und Weißgoldschmuck Spuren von Nickel enthalten, weshalb auch mit ihnen ein vorsichtiger Umgang gepflegt werden sollte. Ein Alltagsgegenstand, dessen Berührung sich kaum vermeiden lässt, ist Kleingeld. Ein- und Zweieuromünzen enthalten ebenfalls größere Mengen Nickel. Da sie jedoch meist nur einen sehr kurzen Kontakt zur Haut haben, stellen sie oft keine größere Gefahr da. Zu Vermeidung einer Reaktion muss nickelhaltiger Modeschmuck gekennzeichnet werden. Oftmals wird er mit einem Schutzlack überzogen. Dieser bietet jedoch keinen vollständigen Schutz, da er bröckeln oder abplatzen kann. Nicht nur Schmuck stellt weiterhin eine Gefahr da, auch durch die Nahrung können Symptome ausgelöst werden. Da Nickel ein Spurenelement unseres Körpers ist, und in kleinen Mengen zu einer gesunden Ernährung beitritt, ist der komplette Verzicht auf nickelenthaltende Nahrung nicht zu empfehlen. Eine Reduzierung des Konsums hingegen schon. Nickel ist besonders in Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Nüssen, aber auch in süßen Produkten wie Schokolade enthalten. Eng mit der Nahrung verbunden ist das Kochgeschirr. Dieses steht ebenfalls unter Verdacht, im Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln, Nickel freizusetzen. Deshalb ist die Benutzung von verträglicheren Materialien wie Glas angeraten. Selbst Zahnprothesen können Auslöser einer Nickelallergie sein. Hierbei kommt es häufig zu Schleimhautveränderungen in der Mundhöhle.

Symptome der Nickelallergie

Die Symptome einer Nickelallergie können sich sehr unterschiedlich äußern. Meist beginnt die Haut zu erröten und zu brennen, ein Juckreiz entsteht. Bei längerem Kontakt kann es zu einem Kontaktekzem kommen. Im Gewebe lagert sich dabei Wasser ein und es entstehen Schwellungen, Quaddeln, Bläschen oder nässende Wunden bzw. Krusten.

Ob Sie unter einer Nickelallergie leiden oder nicht, lässt sich als Laie oft nicht feststellen, weshalb die Diagnose der Nickelallergie durch einen Arzt erfolgen sollte. Dieser untersucht zunächst gründlich die auftrtenden Symptome und betroffene Bereiche und stellt dann seine Diagnose. Um sie zu bestätigen, wird meist ein sogenannter Epikutantest durchgeführt. Bei diesem Test wird dem Patienten ein Pflaster, auf dem sich Nickelsulfat befindet, am Rücken angebracht. Kommt es zu einer Reaktion, wie einer Reizung der Haut, liegt eine Nickelallergie vor. Wird bei Ihnen eine Nickelallergie festgestellt, sollten Sie möglichst schnell Gegenmaßnahmen ergreifen. Eine solche Allergie ist nicht heilbar, Ihre Symptome lassen sich jedoch gut in den Griff bekommen. 

Nickelallergien behandeln

Da es sich bei der Nickelallergie um eine Kontaktallergie handelt, klingt die Reizung meist nach einigen Tagen bzw. einer Woche wieder ab. Hat die Haut jedoch über einen längeren Zeitraum ununterbrochenen Kontakt zum Auslöser, kann dies die Haut dauerhaft schädigen. Um das Leiden schnell zu lindern, sind verschiedene Methoden und Therapiearten angeraten. Zunächst muss logischerweise der auslösende Faktor beseitigt werden. Ist dieser offensichtlich (z.B. Modeschmuck etc.), sollte dieser sofort abgenommen werden. Für leichte Reizungen ist es zu empfehlen eine entzündungshemmende, cortisonhaltige Salbe aufzutragen. Bei stärkeren Reizungen kann eine Behandlung der Haut mit teerhaltigen Stoffen oder eine UV-Behandlung Linderung verschaffen. In extremen Fällen kann, unter Absprache mit Ihrem Arzt, auch eine Therapie mit Tabletten erfolgen. Möchten Sie auf jegliche Hilfsmittel verzichten, kann auch schon eine Ernährungsumstellung Wirkung zeigen. Nickelarme Kost ist zu empfehlen. Die Umstellung und die Wirksamkeit sollten Sie mit einem Ernährungsberater oder Ihrem Hausarzt planen und prüfen. 

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