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Hauirritationen Latexallergie

Auch wenn Latex ein Naturprodukt ist, gibt es Menschen, deren Immunsystem beim Kontakt mit diesem Stoff überempfindlich reagiert - diese Personen sind von einer Latexallergie betroffen.
Gummihandschuhe können Latexallergie verursachen

Der menschliche Körper regiert auf manche Stoffe, mit denen er in Berührung kommt, allergisch und überempfindlich. Etwa auf Latex – einem Stoff, der in der Natur vorkommt, vom Kautschukbaum gewonnen und Naturkautschuk oder Naturlatex genannt wird. Er wird auch synthetisch hergestellt, kommt aber sowohl in seiner natürlich auch in der künstlichen Form als Auslöser für eine Allergie in Frage. Die Haut ist an der Kontaktstelle meist gerötet, brennt und es entsteht heftiger Juckreiz. Bei einer Latexallergie sollte der Kontakt mit Latexprodukten unbedingt gemieden werden. Latex befindet sich in vielen Produkten wie etwa Einmalhandschuhen, Schutzhandschuhen, Schnullern, Babyflaschen, Rutschsocken, Gummibändern, Gummiunterlagen für Matratzen bzw. Bettdecken beim Wickeln, Luftballons, Wärmeflaschen, Kondomen und in etlichen medizinischen Produkten. In Deutschland leiden zwei Prozent der Bevölkerung an einer solchen oder einer ähnlichen Allergie. Besonders in den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Betroffenen rasant gestiegen. Mittlerweile zählt die Latexallergie zu den häufigsten berufsbedingten Allergien.

Symptome einer Latexallergie 

Eine Latexallergie lässt sich in zwei Allergie-Typen unterscheiden:

Typ 1 der „Soforttyp“: Bei dieser Art der Latexallergie produziert der Körper bei Kontakt mit Naturlatex Antikörper gegen bestimmte Eiweiße.

Typ 4 „Spättyp: Bei dieser Art der Latexallergie sind Zusatzstoffe, wie Farbstoffe und Antioxidantien, die Auslöser der Allergie. Die allergische Reaktion tritt meistens etwa zwölf Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auf. Das Immunsystem schätzt die Zusatzstoffe fälschlicherweise als gefährlich ein und versucht diese abzuwehren. Daraufhin kommt es zu einer allergischen Reaktion der Haut. 

Die Symptome beim Kontakt äußern sich mit juckendem Hautausschlag, großen roten Quaddeln, die sich schnell auf dem Körper ausbreiten. Auch ein Anschwellen der Augenlider, tränende Augen und eine laufende Nase können ausgelöst werden. Halsbeschwerden bis hin zur Atemnot und einem anaphylaktischen Schock können die Folgen sein. Besonders als Arzt ist man häufig von dieser Allergie betroffen. Da bei der Berufsausübung immer wieder gepuderte Latexhandschuhe verwendet werden. Diese Handschuhe sind besonders gefährlich, weil das Puder die allergieauslösenden Stoffe aufgewirbelt. Niesattacken und Hustenreiz bis hin zu Kreislaufproblemen sind meistens die Folgen. Unterbindet der Allergiker nicht den Kontakt, besteht die Gefahr, dass sich chronische Ekzeme bilden. Diese allergischen Ekzeme sind typisch für Kontaktallergien.  

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Erfolgt bei Euch eine Diagnose der Allergie, solltet Ihr versuchen Naturlatex und andere Produkte zu umgehen. Da aber der Latexgehalt in vielen Gegenständen nicht genau angegeben wird, ist es schwer alle Erreger sofort zu erkennen. Besonders häufig kann es in folgenden Produkten auftreten:

  • Kondome
  • Diaphragma
  • Luftballons
  • Babyschnuller
  • Kaugummis
  • Einmalhandschuhe und Putzhandschuhe
  • Matratzen
  • Klebstoffe
  • Luftballons
  • Schuhe
  • Autoreifen

Mögliche Kreuzallergien sind:

  • Kiwis
  • Bananen 

Latexallergie diagnostizieren

Um eine Latexallergie einwandfrei zu diagnostizieren, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Einer der bekanntesten Allergietests, der besonders schnelle und sehr zuverlässige Ergebnisse bringt, ist der Pricktest. Dabei wird zuerst Eure Haut – fast immer am Unterarm - leicht angeritzt. Anschließend werden die Allergene in flüssiger Form auf diese Stelle aufgetragen. Bereits nach rund einer Viertelstunde steht dann das Ergebnis fest. Im Falle einer Latexallergie findet man an der Teststelle eine Schwellung oder zumindest eine Rötung vor. Auch der RAST-Test hilft dabei, eine schnelle und sichere Diagnose zu stellen. Bei ihm erfolgt eine Blutabnahme, bei der festgestellt wird, ob sich Antikörper im Blut befinden. Allerdings ist dieser Test nicht ganz so aussagekräftig wie der Pricktest. Oft wird auch ein sogenannter Provokationstest durchgeführt. Dabei wird einfach ein Latexhandschuh im Beisein des Arztes angezogen. So können Hautveränderungen oder Kreislaufprobleme sofort erkannt werden.

So können Sie eine Latexallergie behandeln

Der beste Schutz bei Symptomen ist es natürlich, das Allergen, in diesem Fall Latex, komplett zu meiden. Latexfreie Handschuhe oder latexfreie Kondome sind eine gute Alternative. Solltet Ihr in Eurem Beruf häufig mit Latexprodukten in berührung kommen, könnt Ihr dies beim Betriebsarzt oder bei der Berufsgenossenschaft absprechen. Latex zu umgehen ist aber gar nicht so einfach, da latexhaltige Produkte im täglichen Leben überall vorkommen. Und die Gegenstände bzw. Materialien sind zumeist nicht oder nur unzureichend gekennzeichnet. Je öfter nun das Immunsystem damit in Kontakt kommt, umso schneller reagiert es übermäßig auf Latex. Wisset Ihr von Eurer Allergie, dann solltet Ihr auf die Verwendung von latexfreien Produkten achten, soweit dies möglich ist.

Solltet Ihr doch einmal mit Latex in Kontakt gekommen sein, helfen Antihistaminika, die die Bildung der Histamine hemmen, die für die Immunreaktionen verantwortlich sind. Andere Medikamente wiederum stabilisieren den Kreislauf. Im Handel sind mittlerweile latexfreie Handschuhe oder latexfreie Kondome erhältlich, die dabei helfen die gefährlichen Allergien zu verhindern. Auch wenn Ihr Euch eine neue Matratze zulegen möchtet, solltet Ihr darauf achten, dass diese latexfrei ist.

Medikamente:

Eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich. Es gibt verschiedene Inhaltsstoffe, die zur Linderung der Beschwerden beitragen. Eine Behandlung mit Antihistaminika hemmt die Bildung von sogenannten Histaminen. Histamine werden bei einer Reaktion vom Körper ausgeschüttet und fördern die allergische Reaktion. Auch Kortison (Als Salben oder Tablette) kann helfen das Immunsysten zu drosseln. 

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